Projekt: Fortbildungszentrum des Auswärtigen Amtes

Auftraggeber Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referenz Auswärtiges Amt
Fortbildungszentrum
Kreuzstraße 1
10117 Berlin
   

Gebäudetyp Verwaltungsgebäude, Schulungsgebäude, mit Getränke- und Snackbereich sowie Kommunikationsbereiche mit geschossweisen Küchenbereichen
Architekt Mühlethaler / Bern
Projektdauer 04.2008 – 11.2011
Herstellkosten gesamt 12,0 Mio €
Herstellkosten TGA:
KG 410, 420, 430, 460, 470, 480
1,0 Mio €
Flächen 2.600 m² BGF
Planungsleistungen nach ABau Leistungsphasen 2-9
Denkmalschutz Ja
Arbeiten unter laufenden Betrieb Ja
   

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Beschreibung

Das neue Fortbildungszentrum des Auswärtigen Amts ist für die Ausbildung von Diplomaten errichtet worden. Das unter Deckmalschutz stehende 5-stöckige Gebäude auf dem Grundstück Oberwasserstraße 13 wurde 2004 von der Bundesrepublik Deutschland dem Auswärtigen Amt zur Nutzung übertragen.

In Planungsphase 3 wurden umfangreiche Abstimmungen mit den Beteiligten und insbesondere mit den unterschiedlichen Nutzern geführt. In den Abstimmungsrunden wurde regelmäßig geklärt, welche genauen Anforderungen der Nutzer an die Räumlichkeiten und somit an die Anlagentechnik stellt. Naturgemäß kann der Nutzer nicht bewerten welche Informationen die Planenden benötigen. Dazu wurden projektspezifische Raumbücher erstellt. Anhand dieser Raumbücher wurde dann die Anlagentechnik konzipiert und dem Nutzer plausibel erläutert was er unter Berücksichtigung öffentlich rechtlicher Belange erhält. So wird seitens des Nutzers oft der Wunsch geäußert, dass die Büroräume gekühlt werden sollen. Dies ist in der Regel keine öffentlich rechtliche Forderung. Gleiches gilt auch für die Be- und Entlüftung. Maschinelle Anlagen sind nur zu berücksichtigen, wenn aus sicherheitsrelevanten Gründen die Fenster nicht geöffnet werden dürfen oder die Fensterflächen gemäß der Arbeitsstättenrichtlinie nicht ausreichen. Die Nutzer wurden nachweislich auf die Forderungen aus öffentlich rechtlicher Sicht hingewiesen.

Durch das Gebäude verlief die primäre Fernwärmeleitung des Versorgers Vattenfall. Die Heiztrasse versorgte dabei den Gebäudekomplex Kurstraße 33 sowie die Oberwasserstraße 11/12. Der Gebäudekomplex Kurstraße 33 schließt unmittelbar und das Gebäude Oberwasserstraße 11/12 durch den neuen Verbindungsgang im 2. OG an. Hierzu mussten des Öfteren baubegleitende Umschlüsse durchgeführt werden. In der Regel waren bis zu 6 unterschiedliche Nutzer einzubinden. Für jeden Umschluss wurden Detailterminpläne, die in Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen erstellt wurden, übergeben und abgestimmt.

Die Umschlüsse waren sowohl in den Sommermonaten als auch in den Wintermonaten erforderlich, da auch im Sommer Heizwärme für die Warmwasserbereitung benötigt wurde.

Eine weitere Herausforderung war die Unterbringung der Zentralen im KG und DG. Auf Grund des Grundwasserstandes musste der Kellerboden ertüchtigt werden. Für die Anlagentechnik blieb in den Zentralen nur eine lichte Raumhöhe von ca. 1,9m übrig. Der Aufbau der Anlage wurde während der Bauphase mit dem Betreiber abgestimmt, um einen reibungslosen Übergang zur Abnahme zu gewährleisten. Im DG bestand das Problem der Statik und der Schallübertragung. Auf der Dachfläche wurden der Fachtechnik im Bereich der Windböcke genau eingemessenen Aufstellflächen zur Verfügung gestellt. Raummittig durften aus Statischer Sicht keine Lasten eingebracht werden. Erschwerend kam hinzu, dass aufgrund der akustischen Anforderungen sämtliche Geräte auf schallentkoppelten Stahlkonstruktionen mit einer Aufbauhöhe von ca. 30 cm aufgestellt werden musste, was zu Minimierung der Montagefreiräume der Kanalsysteme führte. Die Außenluft- und Fortlufthauben durften zudem nur an zuvor mit dem Denkmalschutzamt abgestimmtem Punkte in die Dachhaut eingesetzt werden.

Aufgrund der hohen Kühllasten und unter Berücksichtigung der geringen Raumhöhen und Raumtiefen zur zugfreien Einbringungen der Zuluft wurden Strömungssimulationen und Laborversuche durch den Hersteller durchgeführt. Begründet durch die Ergebnisse der Simulationen und Versuche konnten Empfehlungen an den Architekten ausgesprochen werden, dass z.B. für die Innenjalousien keine Aluminiumlamellen oder Ähnliches verwendet werden sollte, da durch die Luftbenetzung die Lamellen in Bewegung geraten und Geräusch erzeugen. Das Gebäude verfügte über einen Aufzug, bei dem jedoch die Zulassung abgelaufen ist. Im Rahmen der Planung wurde unter Berücksichtigung einer etwaigen Ertüchtigung die erforderliche Anzahl der Aufzüge nach AMEV nachgewiesen. Im Ergebnis reichte ein Aufzug. Sollte die Liegenschaften ihre Endkapazitäten erreichen kann der Bestandssaufzug ertüchtigt und in Betrieb genommen werden. Für die Pausen in dem Fortbildungszentrum stehen den Teilnehmern Snack- und Getränkeautomaten sowie in den einzelnen Etagen Küchenbereiche zur Verfügung.

Projekt: Mensa Süd

Auftraggeber Humboldt Universität
zu Berlin ( HUB)
Referenz Hauptgebäude der HUB
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Gebäudetyp Neuerrichtung einer Mensa mit Pförtnerbereich, Verwaltungsgebäude, Universitätsgebäude, Rechenzentrum, Büros
Architekt Entwurf durch die HUB
Projektdauer 04.2007 – 06.2013
Herstellkosten gesamt 26 Mio €
Herstellkosten TGA:
KG 410, 420, 430, 460, 470, 480
3,8 Mio €
Planungsleistungen nach ABau  
Denkmalschutz Ja
Arbeiten unter laufenden Betrieb Ja

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Beschreibung

Im Hauptgebäude Unter den Linden, wo einst Albert Einstein und Hegel forschten und lehrten, befinden sich heute neben dem Präsidenten und der Verwaltung auch der größte  Hörsaal der Universität, das Auditorium Maximum mit 750 Plätzen, ein modernes Studierenden Service - Center, die Institute für Philosophie, Anglistik/ Amerikanistik und das Winckelmann-Institut für Klassische Archäologie sowie der Mensa Süd. Die technischen Anlagen in diesem Gebäude sind zum Teil veraltet und müssen sukzessive erneuert werden.

Die Maßnahme umfasst die komplette Sanierung des Trinkwassernetzes unter Berücksichtigung der weiteren Nutzer. Die gesamte Liegenschaft verfügt über ein ausgedehntes nasses Feuerlöschsystem. Zur Erfüllung der Trinkwasserverordnung ist nach vorheriger Abstimmung mit der Feuerwehr und den Berliner Wasserbetrieben das Feuerlöschsystem in dem Teilkomplex Mensa Süd auf ein trockenes System umgebaut worden. Die Maßnahme musste unter Berücksichtigung einer zweiten parallel laufenden Maßnahme in ähnlicher Größenordnung durchgeführt werden. An dieser Stelle sei erwähnt, das auf unsere Empfehlung ein baubegleitender Sachverständiger für Brandschutz beauftragt wurde, der in Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen und uns die brandschutztechnischen Durchführungen durch klassifizierte Bauteile dokumentierte.

Die Maßnahme Mensa Süd mit dem Verwaltungstrakt und den Büros erstreckt sich über KG, EG und teilweise DG. Die Lüftungssteiger und Versorgungssysteme sind überwiegend vom DG aus verteilt worden. Dabei querten die Medienleitungen das 1.OG, ZG und 2.OG.

Für die statische und dynamische Heizung wurde die gesamte Ringleitung im Gebäude mit den einzelnen Verteilern unter laufenden Betrieb erneuert.

Im DG wurde auf einer Fläche von ca. 80x20m eine Kälte-, Lüftungs- und Klimazentrale errichtet. Hier bestand im Wesentlichen die Besonderheit der Außenluft- und Fortluftführung. Dazu wurden dem Denkmalamt drei unterschiedliche Systeme vorgestellt. In einer Dachneigung von nur 23° musste im Schatten der Attika ca. 150m² Wetterschutzgitter für rund 120.000m³/h Außenluft und 120.000m³/h Fortluft eingeplant werden.

Im DG wurden für die Maßnahme 5 Teilklimaanlagen und 3 Lüftungsanlagen aufgebaut.

Eine weitere Besonderheit bestand in der Aufschaltung der Gebäudeleittechnik. Zum einen mussten sicherheitsrelevante Datenpunkte auf die GLT über das Datenformat TCP/IP der HUB abgesetzt werden und zum anderen auf die GLT des Studentenwerkes in der Hardenbergstraße über das Kommunikationsnetz Voice over IP (VoIP).  Die Konzeptionierung der Kälteanlage musste ebenfalls mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt werden. So musste für die Aufstellung des  Verflüssigers ein Bereich von ca. 30m² herabgesetzt werden, damit sich die Kälteanlage im Schatten der Attika befindet. Neben der Kompressionskälteanlage wurden in dieser Maßnahme alternative Systeme wie z.B. Geothermie untersucht und durch Simulationsrechnungen wirtschaftlich dargelegt. Der Bau der Geothermieanlagen wurde aus dem Projekt herausgelöst und wird als eigene Baumaßnahme später realisiert. Für das Büro Seewöster, welches die Küchenplanung erstellt hat, haben wir die gesamte Fördertechnik geplant. Weiterhin sind sämtliche Küchenblöcke mit den Küchenblockeinfassungen durch uns geplant worden. In allen Planungsphasen waren intensive Abstimmungen mit allen Beteiligten auch projektübergreifend erforderlich. An dem Gesamtprojekt waren insgesamt 8 unterschiedliche Nutzer, 3 Architekturbüros, 2 Projektsteuerer und diverse Dritte beteiligt. Unser Büro wurde mit der gesamten Maßnahmen beauftragt. Neben der Fachbauleitung wurde zur Einhaltung der Qualitäten, Kosten und Termine wurden umfangreiche Prüflisten und Cecklisten wöchentlich erstellt und ein ständig besetztes Büro auf der Baustelle eingerichtet. Alle Abstimmungen mit den Beteiligten wurde zeitnah dokumentiert und in Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen Detailterminpläne erarbeitet. Hierzu wurde in den zurückliegenden Jahren ein auf MS Office beruhendes QM System mit den erforderlichen Kosten-  Termin und Qualitätslisten erstellt